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Do, 22.08.2019

Wo ein Wille ist...

Der Ulmer Nachwuchs-Guard Jakob Hanzalek hat zuletzt bei der U16 EM in Udine überzeugt und ist bereit, in der NBBL den nächsten Schritt zu machen.

Das Ergebnis der Europameisterschaft war für die deutschen U16-Junioren alles andere als zufriedenstellend. Mit nur einem Sieg aus sieben Spielen und dem 14. Turnierrang ist die DBB-Auswahl aus der A-Division abgestiegen. „Ich glaube, dass es am Ende ein mentales Problem war. In meinen Augen hatten wir die Qualität, jede Mannschaft im Turnier zu schlagen. Wir waren oft sehr nah dran am Sieg, hatten aber fast in jedem Spiel eine Phase, in der wir eingebrochen sind und den Überblick verloren haben“, so Jakob Hanzalek, der in diesem Jahr erstmals vom Deutschen Basketball Bund berufen wurde.

Trotz des bitteren Resultats lässt sich für den jungen Ulmer Guard eine Menge Positives aus dem Turnier ziehen: Denn bei der EM konnte Hanzalek einem großen Publikum beweisen, wozu er auf dem Court im Stande ist. In allen sieben Partien gehörte er zur Starting Five der deutschen Auswahl und erzielte dabei durchschnittlich 9,7 Punkte und verteilte 3,1 Assists. In den Spielen gegen Russland (15 Punkte) und Lettland (13 Punkte) war er Topscorer seines Teams. Headcoach Fabian Villmeter baute aber nicht nur in Sachen Scoring auf den 16-Jährigen: „Schon vor der EM hat mir der Coach gesagt, dass ich eine Führungsrolle im Team einnehmen soll und mich zu einem der Kapitäne ernannt. Das war natürlich eine große Ehre für mich“, so Hanzalek.

Auch Chris Ensminger, der bei BBU ’01 den Nachwuchsleistungssport koordiniert und sich bei der EM vor Ort selbst ein Bild machte, ist von der Entwicklung seines Schützlings angetan: „Jakob hat in Italien einmal mehr gezeigt, dass er ein echter Leader ist und in den letzten Jahren eine großen Sprung gemacht hat. Er legt eine hervorragende Arbeitseinstellung an den Tag und will sich immer verbessern.“ Beachtlich ist neben der Qualität im Scoring auch Hanzaleks‘ Präsenz unter dem Korb: Bei der EM griff der 1,86 Meter große Spielmacher durchschnittlich knapp fünf Rebounds pro Partie ab und sammelte im Spiel gegen Spanien insgesamt zehn Korbabpraller ein. „Für einen Guard ist das schon außergewöhnlich. Das hat neben seinem guten Stellungsspiel vor allem mit seiner Willensstärke und seiner Zielstrebigkeit zu tun. Er ist immer bereit, ein paar Prozent mehr zu investieren und verschafft sich dadurch auch Vorteile unter dem Korb“, so Ensminger, der zwischen 2001 und 2005 der beste Rebounder der BBL war.
Im Spiel gegen Spanien sammelte Jakob Hanzalek 10 Rebounds. Foto: FIBA
Für Hanzalek hielt das Jahr 2019 bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt schon eine Menge Highlights bereit. Los ging es schon im Januar, als der damals 15-Jährige mit der U18 von ratiopharm ulm erste Einsatzzeiten beim prestigeträchtigen ANGT in München bekam. Mit der Ulmer JBBL verpasste Hanzalek im Mai dann nur knapp das TOP4-Turnier. Und nun eben die besagte EM in Italien.

Mit dem Beginn der neuen Saison steht dem jungen Ulmer jetzt ein Umbruch bevor. In der Spielzeit 2019/20 wird der Guard erstmalig in der NBBL und vereinzelt auch im Herren-Bereich zum Einsatz kommen und rückt damit immer näher an den Übergang zum Profibasketball heran. „Ich werde bestimmt eine gewisse Zeit brauchen, um mich an die neue Herausforderung zu gewöhnen. Ich weiß, dass noch viel Arbeit vor mir liegt, aber ich bin bereit, den nächsten Schritt zu machen.“
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