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Di, 31.05.2022

Die erfolgreichste Saison der Klubgeschichte

Zwei deutsche Jugendmeisterschaften, ein EuroCup-Viertelfinale und der emotionale Abschied von Klublegende Per Günther. Eine historische Saison für den Ulmer Basketball, die einen Rückblick verdient hat.

Der Reihe nach: In der Saison 2021/22 stand vor allem Kapitän Per Günther im Rahmen seines Karriereendes im Fokus des Ulmer Basketballs. Der Point Guard absolvierte im dritten Playoffspiel der Viertelfinalserie gegen Ludwigsburg sein 500. und letztes Spiel im orangenen Trikot. Mit etlichen Meilensteinen im Gepäck endete die Zusammenarbeit von Per Günther und ratiopharm ulm nach 14 Jahren – zudem reihte sich der 34-Jährige unter den zehn besten Scorern der BBL-Geschichte ein.
Nicht nur das Gesicht der Saison, sondern auch das der letzten 14 Jahre: Per Günther. Foto: Felix Steiner
Trotz einiger verletzungsbedingter Rückschläge bei Leistungsträgern wie Chrissi Philipps, Cristiano Felicio, Karim Jallow oder Philipp Herkenhoff, gelangen der Mannschaft von Headcoach Jaka Lakovic Erfolge auf nationalem und internationalem Parkett. In den BBL-Playoffs reichte die Ulmer Performance nach zwei Overtime-Krimis gegen die MHP Riesen Ludwigsburg nur knapp nicht aus. Im 7DAYS EuroCup Achtelfinale schlugen die Ulmer den Favoriten Juventut Badalona auswärts und boten im Viertelfinale dem nächsten Schwergewicht Virtus Segafredo Bologna Paroli – der größte Kluberfolg auf internationalem Parkett. Individuell hervorzuheben waren die beiden vor der Saison verpflichteten US-Amerikaner Jaron Blossomgame und Semaj Christon, die durch ihre Leistungen ins EuroCup first- und second-Team gewählt wurden, eine prestigeträchtige und enge Auswahl des europäischen Basketballs.
Der Höhepunkt der Europa-Reise: Im April 2022 war ratiopharm ulm in Bologna zu Gast. Foto: Felix Steiner
Zu einer sehenswerten Saison lässt sich auch die ProB-Mannschaft von Coach Anton Gavel beglückwünschen. Die OrangeAcademy konnte sich als zweitjüngstes Team mehrfach gegen Top-Teams durchsetzen und individuell weiterentwickeln – Akteure wie Michael Rataj oder auch Marc-Antoine Loemba durften sich bei den Profis beweisen und Praxisminuten sammeln. Knapp verpasste die Mannschaft das Finale und damit den Aufstieg in die ProA.

Zwei deutsche Meisterschaften für die Ulmer Jugend
Gleich drei Ulmer Jugendmannschaften reisten im Mai 2022 im jeweiligen Top4 nach Frankfurt: Die U14, die U16 und die U19 kämpften in ihren Altersklassen um den Gewinn der deutschen Meisterschaft. Zahlreich unterstützt wurden dort alle drei Teams. Julian Buntz, Vereinsmanager bei BBU ’01, war zum Support vor Ort: „Wenn ich die Stimmung mit wenigen Worten beschreiben müsste, würde ich sagen: we are one. Das ganze Turnier über war ein Gemeinschaftsgefühl zu verspüren, der Support ging nicht nur von einer Gruppe aus. Es waren Trainer aus allen Altersklassen, Familien, Leute aus dem Büro, ehemalige Spieler und ProB-Spieler in Frankfurt mit dabei. Die Jugendmannschaften haben sich gegenseitig supportet, das war einzigartig. Genau das macht unseren Verein aus.“

Die in der Hauptrunde ungeschlagene JBBL-Mannschaft (U16) von ratiopharm ulm reiste als Titelfavorit nach Hessen und wurde ihrer Rolle mit dem ersten deutschen Meistertitel einer Ulmer Mannschaft gerecht. Das Team von Coach Jochen Lotz bezwang im Finale die Rostock Seawolves mit 99:85 und holte damit den Pokal an die Donau. Lotz ist stolz auf die Entwicklung des Klubs und die daraus resultierenden Erfolge: „Für mich persönlich hat die Meisterschaft einen sehr hohen Stellenwert, da ich seit 20 Jahren im Ulmer Basketball arbeite. Den größten Stellenwert hat es auf lange Sicht aber in meinen Augen für den Verein. Viele loben die Jugendarbeit in Ulm, da war es wichtig, jetzt auch einen Titel einzufahren. Nicht nur dass wir großartige Spieler hervorbringen, jetzt hat man auch endlich eine Medaille und steht in sämtlichen Listen. Das ist die Auszeichnung, die dem Verein gut tut und die er auch verdient hat, für all die Arbeit in den letzten Jahren.“ Der Gewinn der Meisterschaft gebührt aber vor allem seiner Mannschaft: „Der Titel bedeutet den Jungs unglaublich viel, sie haben hart dafür gearbeitet. Die Doppelbelastung mit der Schule nebenbei war für viele intensiv. Manche haben zusätzlich noch in der U18 oder NBBL gespielt“, erklärt Lotz. Auch Sportdirektor Thorsten Leibenath freute sich für die U16: „Für unsere Organisation der erste nationale Titel, das ist eine tolle Errungenschaft. Die Jungs dürfen ruhig stolz sein, die erste nationale Meisterschaft für ratiopharm ulm geholt zu haben. Ich freue mich außerdem, dass wir trotz individuell starker Spieler als Mannschaft überzeugt haben.“
Da ist das Ding! Die U16 gewann in Frankfurt den ersten deutschen Meistertitel für Ulm. Foto: Jule Niemeyer
Damit nicht genug, stellte die U16 mit Joel Cwik nicht nur den „Defensive Player of the Year“ sondern auch den „Top4 MVP“ (Most Valuable Player). Der Nachwuchsverteidiger spricht von einem „geilen Turnier“, bei dem vor allem als Kollektiv gearbeitet wurde: „Wir als Team haben ungemein viel Arbeit investiert, es macht uns einfach stolz, diesen Titel gewonnen zu haben. Als wir ins Top4 eingezogen sind, wussten wir, es ist möglich.“

Auch die NBBL (U19) kann auf eine besondere Saison zurückblicken: Ulm gewann 20 von 23 Spielen. Im Top4-Halbfinale stand aber der spätere Meister ALBA BERLIN im Weg. Eine für den Ulmer Basketball ohnehin erfolgreiche Spielzeit voller Highlights, vergoldete die U14. Mit dem Finalsieg gegen Jugendmannschaft von ALBA BERLIN revanchierte sich das Team von Mike Washington nicht nur für das verlorene Spiel der NBBL, sondern entschied ein bis zum Ende umkämpftes Spiel für sich.

Auf der Suche nach Gründen für diese hervorragende Saison greift Julian Buntz auf die Gegebenheiten am OrangeCampus zurück: „Hier am OrangeCampus können alle Beteiligten seit zwei Jahren leben und aktiv sein. Dadurch haben wir viel mehr Möglichkeiten, es werden Wege ermöglicht, die so nie möglich gewesen wären. In Coronazeiten konnten wir das ganze Potenzial nie ausschöpfen, jetzt ist es umso schöner, dass die harte Arbeit in Form von Meisterschaften belohnt wird. Das waren einfach zwei besonders schöne Erlebnisse – egal ob für die Menschen im Büro, die Spieler oder Trainer.“
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